Es ist das Verdienst des Projektes "Vergessene Helden", dass hinter der offiziellen Bezeichnung "Antifaschist" oder "Antinationalsozialist" konkrete Menschen aufgedeckt werden. Eine alphabetisch geordnete Liste wird etwa Hundert Namen von angesprochenen Zeitzeugen beinhalten. Fotoporträts werden den Blick in ihre Gesichter ermöglichen. Audioaufnahmen werden die Gefühle nahe bringen, die sie erlebten, während sie die dramatischsten Momente ihres Lebens erzählten. Die zeitgenössische Atmosphäre werden Photos von Dokumentationsgegenständen näher bringen. Zu fünf ausgesuchten Zeitzeugen werden auch Filmaufnahmen hinzugefügt, die für die geplante Dokumentation erstellt werden. Neben der Audio- und Videoversion wird die aufgenommene Geschichte auch als Text präsentiert. Der Umfang von veröffentlichten Daten wird von der Zustimmung einzelner Zeitzeugen abhängen.
Realizované rozhovory
Ilsa Dolanská, geb. Kreibich
*1929 in Moskau geboren als uneheliche Tochter von Ilse Kreibich (Großvater Karel Kreibich). Ihre Mutter engagierte sich sehr in der Kommunistischen Partei. Sie wurde im März 1939 verhaftet und in Ravensbrück gefangen gehalten. Nach dem Krieg lebte Ilsa in der Familie ihres Stiefvaters Jaromír Dolanský. Sie besuchte eine deutsche Grundschule, dann eine deutsche Mittelschule, Handelsakademie (im Protektorat), in den Jahren 1948 - 1951 auf ein sowjetisches Gymnasium. Sie arbeitete als Übersetzerin. 1968 ist sie aus der KPTsch ausgetreten.
(®ivá pamì»/Lebendige Erinnerung)
Josef Jaro¹
(* 1927), er stammt aus Kozolupy aus einer deutsch-tschechischen Familie. Nach dem Münchner Abkommen ging die Familie nach Plzeò / Pilsen. Der Vater, Mitglied der KPTsch schloss sich der illegalen Tätigkeit an, er war mehrmals verhaftet (Dresden, Flossenbürg, Dachau). Er starb im März 1945. Die Großeltern waren von der Aussiedlung ausgeschlossen und die Familie kehrte nach dem Krieg nach Kozolupy zurück. Josef Jaro¹ arbeitete während des Krieges als Zwangsarbeiter in der Landwirtschaft, nach dem Krieg wurde er Berufssoldat.
(®ivá pamì»/Lebendige Erinnerung)
Katharina Grader
(* 1921) Rozhovor bude odevzdán v pol. èervence (Schatz)
Hedy (Hedwig) Fromings, geb. Hünigen
(* 1926) Die Familie half den deutschen Flüchtlingen. Die Mutter und die Tochter flüchteten nach England (1939-1945), wo Hedwig auf die tschechische Schule ging. Der Vater war zur Zeit des Krieges im Konzentrationslager. Seit 1949 lebt sie in England, wo sie geheiratet hat.
(Dölling)
Jiøí Kosta
(*1921) Eine linksorientierte Familie mit jüdischen Wurzeln. Beide Eltern hatten Kontakte zu deutschen Intelektuellen aus den Kreisen der Emigration. Der Vater hielt sich im Krieg in England auf, weitere Familienmitglieder waren in Theresienstadt und anderen Konzentrationslagern. Jiøí Kosta schloss nach dem Krieg die Ökonomische Hochschule ab. Die Eltern waren in den 1950er Jahren verhaftet. Jiøí Kosta wurde in die Produktion verschoben. Seit 1960er Jahren war er Volkswirt, seit 1968 im Exil in Deutschland.
(ÚSD/Institut für Zeitgeschichte)
Edith Kroupová, geb. Mayer
(*1927) eine deutsch-jüdische Familie aus Bílina / Bilin. Nach 1939 wurde der Vater wegen seiner Ehe mit einer Jüdin und wegen seiner demokratischen Überzeugungen als "unzuverlässig" eingestuft. Edith Kroupova wurde aus der Schule ausgeschlossen und musste Zwangsarbeit in der Landwirtschaft leisten. Der Vater wurde 1944 in ein Arbeitslager nach Deutschland und die Mutter im Januar 1945 nach Theresienstadt geschickt. Nach dem Krieg wurde die Familie als deutsch angesehen.
(®ivá pamì»/Lebendige Erinnerung)
Herbert Löwit
(*1923) Dank der Rettungsaktion der DSAP erreichte er mit der Familie Löwit schon 1938 England. Herbert besuchte zuerst eine Mittelschule, arbeitete als Buchhalter. 1941 trat er in die Tschechoslowakische Armee ein (Frankreich, England). Nach dem Krieg verließ er die Armee und begann in Prag als Englischlehrer zu arbeiten, bevor er 1947 nach England zurückging.
(Dölling)
Vilu¹ Prok¹
(* 1924-1945) Gespräch mit dem Cousin des verstorbenen Vilu¹ Prok¹. Beide Familien lebten in Kateøinky (Opava/ Troppau). Vilu¹ Prok¹ wurde von dem Großvater (dem Vormund) als Deutscher angemeldet. Er wurde zum Dienst in der deutschen Armee genötigt, wo er als "unzuverlässig" unter Aufsicht der Landsleute stand. Er wurde im Frühjahr 1945 getötet, als Mitglied einer Strafkompanie.
(ÚSD/Institut für Zeitgeschichte)
Ernst Raim
rozhovor bude odevzdán v pol. èervence
(Schatz)
Otto Rubner
rozhovor bude odevzdán v pol. èervence
(Schatz)
Marie Schwarzová-©i¹ková
Brno, rozhovor bude odevzdán v pol. èervence
(MMUL)
Charlotte Silsby, geb. Löwit
(*1914) stammt aus der sozialdemokratischen Familie aus Liberec/Reichenberg (Bruder Herbert Löwit). Vor dem Krieg war sie in den antifaschistischen Kultur-Vereinigungen tätig (Kabarett 13). 1938 ging sie nach England, wo sie heiratete und weiter lebte.
(Dölling)
Olga Sippl
rozhovor bude odevzdán v pol. èervence
(Schatz + video)
Walter Sitte
(*1935) Die Familie lebte in Hrádek nad Nisou (Grottau). Im Krieg wurde die Familie von dem örtlichen Schriftführer der NSDAP schikaniert. Der Vater widersetzte sich seiner Rekrutierung in die SS Einheiten, weswegen er zur Zwangsarbeit in Deutschland verurteilt wurde und in die Strafeinheiten der Wehrmacht eingereiht. Die Mutter lehnte es ab, in den NZ -Frauenbund einzutreten.
(ÚSD/Institut für Zeitgeschichte)
Alexander Stefanescu
(* 1922) von dem Vater war er rumänischer, von der Mutter deutscher Abstammung, wuchs in ©umperk / Mährisch Schönberg auf. Als Student der deutschen Technik wurde er genötigt in die SS einzutreten, was er ablehnte. Im April 1945 verhaftet. Nach dem Krieg lebte er in Prag.
(®ivá pamì»/Lebendige Erinnerung)
Helma Studená, geb. Bartl
(*1923) wuchs in Vejprty / Weipert auf. Ihr Vater war der Gemeindevertreter der DASP und engagierte sich bei der Hilfe für deutsche Emigranten. Als Kind ging sie "na handl" und besuchte ein Jahr lang eine tschechische Schule in Prag. Der Vater wurde Mitte September ins Reich verschleppt, er war Gefangener in Flossenbürg und Dachau, wo er starb. Helma Studená lebt bis heute in Vejprty, ihr ganzes Leben lang arbeitete sie als Textilarbeiterin.
(®ivá pamì»/Lebendige Erinnerung)
Otto Wagner
(* 1920) Rozhovor bude odevzdán v pol. èervence
(Schatz)
Ilse Wilmerdinger
(*1922) Teplice
(Wagnerová + video)